Das Weingut Müllner in Krems an der Donau blickt auf eine beeindruckende Tradition zurück. Gegründet im Jahr 1860, hat sich der Betrieb über drei Generationen hinweg stetig weiterentwickelt. Heute führt Johann Müllner das Weingut mit einer klaren Vision: Tradition bewahren, Innovation vorantreiben. Mit 68 Hektar Rebfläche und einem Exportanteil von fast 80 Prozent sind Müllners Weine weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Von Norwegen bis Australien, von den USA bis Russland – seine edlen Tropfen finden weltweit Anklang.
Doch nicht nur klassische Weinliebhaber schätzen die Qualität des Hauses Müllner. Mit einer innovativen Idee revolutioniert Johann Müllner den Spritzer-Markt: KISS ME, ein Premium-Weissweinspritzer aus Grüner Veltliner und hochwertigem Quellwasser, abgefüllt in einer stylischen Design-Dose. Bereits jetzt ist er der meistgetrunkene Spritzer Europas – und ab sofort auch in der Schweiz erhältlich! Warum diese Expansion ein besonderer Meilenstein ist und was Hansi Müllner über den Schweizer Markt denkt, verrät er im Interview.

Johann Müllner: Der Winzer hinter KISS ME im Interview
eruca Journal: Herr Müllner, Ihr Spritzer „KISS ME“ hat in Österreich Kultstatus erreicht. Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt, um in die Schweiz zu expandieren?
💬 Johann Müllner: Ich bin der Hansi, danke für die Einladung. Zur Frage. Ganz einfach: Ich bin mir sicher, dass die Schweizer meine Spritzer genauso lieben werden wie die Österreicher. Die Qualität ist herausragend, und ich weiss, dass genau das hier geschätzt wird. In der Schweiz ist der Gespritzte als Getränk nicht ganz so populär wie bei uns in Österreich, wo er ja nach Bier das zweite Nationalgetränk ist. Das liegt sicher auch an den hohen Preisen in der Gastro – oft mit weit über 10 Franken pro Glas. Da bleibt man dann doch lieber beim altbekannten Bier, zumal auch die Qualität des Gespritzten natürlich davon abhängt, welcher Wein verwendet wird – da möchte man bei dem Preis kein Risiko eingehen. Kohlensäure dient als Geschmacksträger, das wird oft unterschätzt bei der Auswahl des Weins für einen G'spritzten.
Immer mehr bemerke ich auf meinen Reisen durch Europa, dass die Leute, besonders die Jungen, offen dafür sind, Wein als einen „Streetdrink“ zu sehen – oder eigentlich nur darauf gewartet haben! Besonders die Damen. In der Schweiz gibt es kaum weinhaltige Getränke ausserhalb der klassischen 0,75l-Flasche, und genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um den Markt zu erobern – besser früher als später.
eruca Journal: Also sehen Sie Potenzial, den Spritzer auch in der Schweiz populär zu machen?
💬 Johann Müllner: Absolut. Ich möchte die „Spritzer-Politik“ hier positiv beeinflussen, was in weiterer Folge auch der gesamten Weinpolitik zugutekommen wird. Denn eines steht fest: Wer gerne einen Spritzer trinkt, also Wein mit Sprudelwasser, wird mit der Zeit auch eher mal zu einer Flasche Wein greifen. Der Wein verliert seinen „kenn-ich-nicht Schrecken“, er ist dann kein unbekanntes Mysterium mehr, sondern etwas, das man kennt und dem man positiv aufgeschlossen ist.
Das trifft natürlich vor allem auf die junge Generation zu – aber genau diese Youngsters werden den Weinkonsum der Zukunft prägen und vielleicht sogar revolutionieren. Die Jugend ist heute international mehr vernetzt denn je, und ich sehe ja, wie gut unser KISS ME Dosenspritzer bei den jungen Erwachsenen in Österreich ankommt. Genau deshalb bin ich mir sicher, dass wir damit auch in der Schweiz genau richtig liegen.
Und als Vater von zwei jungen Erwachsenen kann ich persönlich sagen: Mir ist es wesentlich lieber, wenn sie mit ihren Freunden ein völlig natürliches Weinprodukt mit 5,5 % Alkohol trinken, anstatt irgendwelche Alkopops oder hochprozentigen Schnaps, Wodka und so Teufelszeug. Also um Ihre Frage kurz zu beantworten: Ja! (grinst)
eruca Journal: Sehen Sie sich dabei als Konkurrenz für Schweizer Winzer?
💬 Johann Müllner: Nein, überhaupt nicht. Unser Spritzer, so wie wir ihn traditionell trinken und wie er auch im "KISS ME Spritzer" steckt, wird aus der Rebsorte Grüner Veltliner gemacht. Und das ist eine Spezialität aus meiner Heimat rund um Krems, die in der Schweiz so gut wie gar nicht oder nur in ganz kleinen Mengen angebaut wird. Keinesfalls in einem Ausmass, wie es bei uns in Niederösterreich der Fall ist – und nebenbei bemerkt, genau dafür ist unsere Region ja auch international berühmt.
Für die Produktion eines weinhaltigen Getränks in Dosen braucht man eine gewisse Menge an Wein, und das wäre für die meisten Schweizer Betriebe gar nicht machbar. Die Schweizer Winzerkollegen konzentrieren sich auf andere Rebsorten, die für ihre Region typisch sind, und verkaufen diese innerhalb der Schweiz auch sehr erfolgreich. Ich kenne ehrlich gesagt keinen Schweizer Kollegen, der mit seinem Absatz unzufrieden ist – da hat uns die Schweiz wieder einmal etwas voraus. Durch die Exportquote wird dort nämlich geregelt, dass der Schweizer Wein auch primär in der Schweiz getrunken wird. So etwas haben wir in Österreich nicht, weshalb jeder Winzer schauen muss, wo er bleibt.
Aber man sollte sich auch nicht darauf ausruhen. Der Weinabsatz weltweit wird zunehmend herausfordernder – nicht nur bei uns in Europa. Junge Leute haben oft kaum noch Berührungspunkte mit Wein, das Interesse fehlt, und genau hier sehe ich eine riesige Chance mit meinem Spritzer. Er senkt die Hürde, macht Wein leicht zugänglich und begeistert hoffentlich auch die Jungen wieder für das Thema. Und wenn das gelingt, dann profitieren alle Winzer davon, auch die Schweizer Kollegen.
Also absolut kein Konkurrenzdenken – ganz im Gegenteil! Ich bin mit Herz und Seele Winzer und will langfristig dazu beitragen, dass wir alle weiterhin fair und gut vom Weinbau leben können.
eruca Journal: Sie sprechen von einer neuen Generation. Warum ist das für den Weinmarkt so wichtig?
💬 Johann Müllner: Die jungen Leute trinken immer weniger Wein. Zu kompliziert, zu teuer, zu viele Fragen. Was soll ich kaufen? Wie trinkt man das richtig? Muss der Wein gekühlt werden? Was ist überhaupt eine Rebsorte? Und dann noch: Welches Glas? Brauche ich einen Korkenzieher? Die Liste der Fragen in den Köpfen hört nicht auf. Und genau deshalb beschäftigen sich viele erst gar nicht mit Wein.
Beim Bier ist das anders. Man geht zum Kiosk, greift im Kühlregal zu einer bekannten Marke, öffnet die Flasche oder Dose – fertig. Keine Hürde, kein Nachdenken. Beim Wein hingegen gibt es eine Hemmschwelle, besonders in der Gastronomie. Ein Gespritzter kostet wie schon erwähnt über 10 Franken, da hab ich übrigens die Rechnung gefunden - während ein Bier nur die Hälfte kostet.
(Hinweis der Redaktion: Herr Müllner legt Rechnung auf den Tisch)
![]()

![]()
Da greift man natürlich lieber zum Bier. Und ein Glas Wein? Das traut sich kaum jemand zu bestellen – weil man sich nicht auskennt und nicht unwissend wirken möchte.
Bestellen Sie gerne ein Gericht, von dem Sie nicht wissen, was es ist? Ich denke nicht. (grinst) So ist es auch mit Wein.
Das ist eine riesige Barriere, die wir als Winzer endlich verstehen müssen. Wenn wir nicht jetzt anfangen, die Jugend anders anzusprechen, haben wir in 10 bis 20 Jahren ein massives Problem. Ein Spritzer in der Dose ist da genau das richtige Produkt: unkompliziert, hochwertig, modern.
eruca Journal: Wie sieht es mit neuen Sorten aus?
💬 Johann Müllner: Ich feile ständig an neuen Ideen! Neben dem klassischen Weissen Spritzer gibt es bereits Rosé und Orange. Der Rosé wird aus Blauem Zweigelt gemacht – eine typisch österreichische Rebsorte, die sich hervorragend eignet. Der Orange Spritzer ist unsere Antwort auf den Aperol-Trend – aber auf ganz natürliche Weise! Wir arbeiten mit Orangen- und aperolartigen Kräutern, die das Geschmackserlebnis perfekt abrunden. Natürlich dürfen wir ihn aus markenschutzrechtlichen Gründen nicht „Aperol“ nennen – aber wer weiss, vielleicht ergibt sich ja in Zukunft mal eine Zusammenarbeit. (grinst)
Was neue Sorten betrifft, hat mich speziell die Schweiz inspiriert. Hier ist der Süße Spritzer mit Zitrone sehr beliebt, und genau deshalb arbeite ich gerade an einer Zitrus-Variante für unsere KISS ME Linie. Das passt perfekt in unser Sortiment, und mit vier Sorten sind wir dann wirklich für jeden Geschmack bestens aufgestellt.
eruca Journal: Wo kann man „KISS ME“ in der Schweiz kaufen?
💬 Johann Müllner: Aktuell stehen wir in Gesprächen mit den grossen Lebensmittelhändlern der Schweiz – oder wie ihr sagt: Detailhandel. Die sind offen für Innovationen und wissen genau, dass sie die nächste Generation für Wein begeistern müssen. Besonders wegen der vorhin erwähnten Exportquote ist das Thema Weinkonsum der jungen Generation in der Schweiz umso wichtiger. Die Händler tragen hier eine gewisse Verantwortung, den Schweizer Wein auch im eigenen Land zu vermarkten und verkaufen, und das ist ihnen absolut bewusst.
Auch mit dieser grossen Kioskkette, deren Name mir gerade nicht einfällt, stehen wir bereits in Kontakt. Generell stossen wir überall auf offene Türen, denn jeder weiss: Wenn wir jetzt nicht anfangen, junge Leute für Wein zu begeistern, könnte das in ein paar Jahren zum echten Problem werden.
Und auch rein wirtschaftlich ist das Getränk für jeden spannend, der in den Vertrieb oder die Vermarktung involviert ist. Österreich gilt ja ohnehin als Dosen-Mekka, und dank unserer starken Dosenproduktion – da haben wir Red Bull natürlich einiges zu verdanken – sind wir in der Lage, Preise anzubieten, die man so weltweit kaum findet. In Kombination mit unserem Know-how und den modernsten Füllstraßen macht uns das extrem wettbewerbsfähig.
Auch der Weinpreis pro Liter ist in Österreich ein anderer als in der Schweiz, was zusätzlichen Spielraum ermöglicht. Es bleibt also äusserst spannend – definitiv spritzig, und ich bin schon neugierig, auf welche Einzelhandelskette die Wahl fallen wird – da kümmert sich unser Vertriebsteam in der Schweiz drum!
Einstweilen sind wir aber bereits online auf eruca.ch erhältlich, und auch der Verkauf über Galaxus, eure Alternative zu Amazon, ist in der Pipeline. Was ich übrigens sensationell finde – ihr habt euch in der Online-Welt wirklich eigenständig und smart aufgestellt! (grinst)
eruca Journal: Sie haben eine persönliche Verbindung zur Schweiz?
💬 Johann Müllner: Ja, ich bin oft zum Skifahren da und liebe das Land! Außerdem lebt die Künstlerin Oxana Pölzl, vormals Prantl, die das Pop-Art-Design für den KISS ME Spritzer entworfen hat, mittlerweile auch in der Schweiz.
Besonders freut es mich auch, dass meine liebe Freundin Julia, die schon bei der Markteinführung in Österreich hautnah dabei war, jetzt in der Schweiz lebt. Sie war bei der Produktion der allerersten Dosen mit an Bord, ein Fan der ersten Stunde und eine riesige Unterstützerin von KISS ME. Dass sie es nun zu ihrer persönlichen Mission gemacht hat, den Spritzer auch in ihrer neuen Heimat an jeder Ecke geniessen zu können, freut mich natürlich riesig!
Da ich aktuell ganz Europa beliefern kann, ist die Schweiz mit den Zollbarrieren natürlich eine grössere Herausforderung als andere EU-Länder. Aber Julia hat mich überzeugt, dass es trotzdem absolut Sinn macht, den Spritzer hier einzuführen – und ich bin heilfroh, dass sie das vor Ort organisiert.
Darauf trinke ich – und natürlich habe ich Ihnen einige Spritzer mitgebracht! (lacht)
eruca Journal: Vielen Dank für das nette Gespräch! Ich bin gespannt und freue mich darauf, ihn jetzt endlich zu probieren. CHEERS.
➡️ Kontakt für Vertrieb und weitere Information unter: office@panholzer.ch
Quelle Foto: ©Weingut Johann Müllner